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Sturmschaden am Haus in Portugal: Was die Versicherung zahlt und wie Sie ihn melden

Älteres Paar steht mit Dokumentenmappe vor seinem weißen Haus an der Algarve und begutachtet die vom Sturm beschädigten Dachziegel

25 Min. Lesezeit

Es ist der Anruf, den niemand nachts bekommen will: Der Nachbar meldet, dass nach dem Sturm auf Ihrem Haus an der Algarve Dachziegel fehlen. Sie selbst sind in Deutschland, das nächste Flugzeug geht in drei Tagen, und im Kopf laufen zwei Fragen gleichzeitig. Zahlt meine Versicherung das überhaupt. Und habe ich schon etwas falsch gemacht, weil ich nicht sofort reagiert habe.

Die zweite Frage lässt sich vorweg beantworten: Das portugiesische Versicherungsvertragsrecht ist an dieser Stelle deutlich milder, als es der Ruf der Acht-Tage-Frist vermuten lässt. Die erste Frage entscheidet sich an Details, die kaum jemand kennt, obwohl sie in jedem Vertrag stehen: an einer Windgeschwindigkeit, an einem Umkreis von fünf Kilometern und daran, ob das Wasser durch ein zerstörtes Dach kam oder von der Seite durch die Wand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Meldefrist beträgt acht Tage ab Kenntnis, wenn der Vertrag nichts anderes sagt. Sie ist aber keine Ausschlussfrist: Wer zu spät meldet, verliert nicht automatisch den Anspruch.
  • Das Gesetz begrenzt, was ein Vertrag für eine verspätete Meldung überhaupt vorsehen darf: höchstens eine Kürzung in Höhe des nachgewiesenen Nachteils, und den vollen Deckungsverlust nur bei Vorsatz und erheblichem Schaden zugleich.
  • Was als Sturm gilt, steht im Vertrag, nicht im Gesetz. In den veröffentlichten Bedingungen eines großen portugiesischen Versicherers sind es Windgeschwindigkeiten über 90 km/h, und zusätzlich müssen im Umkreis von fünf Kilometern weitere solide gebaute Gebäude oder gesunde Bäume beschädigt worden sein.
  • Alle Schäden innerhalb von 72 Stunden gelten dort als ein einziger Schadenfall. Das ist gut, weil die Selbstbeteiligung dadurch nur einmal greift.
  • Sturm, Überschwemmung und Erdrutsch sind drei getrennte, jeweils zuwählbare Bausteine. Schäden durch das Meer sind aus beiden Wetter-Deckungen ausdrücklich ausgeschlossen und im zitierten Vertrag auch nicht zuwählbar.
  • Notsicherung ist Pflicht, endgültige Reparatur ist ein Fehler. Nach den zitierten Bedingungen erstattet der Versicherer die Kosten der Sicherung sogar dann, wenn sie am Ende nichts genützt hat.
  • Der Versicherer schuldet die Zahlung 30 Tage nach Abschluss seiner Ermittlungen, nicht 30 Tage nach dem Sturm.
  • Ein estado de calamidade setzt keinen Versicherungsvertrag außer Kraft. Ablehnungen kommen aus der Police, nicht aus der Regierungsentscheidung.

Wann ein Sturmschaden in Portugal ein Versicherungsfall ist

Ob Ihr Sturmschaden bezahlt wird, entscheidet keine Behörde und kein Gesetz, sondern der Wortlaut Ihrer Police. Das portugiesische Versicherungsvertragsrecht regelt Fristen, Pflichten und Rechtsfolgen, aber es definiert nicht, was ein Sturm ist. Diese Definition steht in den condições gerais, den Allgemeinen Bedingungen Ihres seguro multirriscos habitação, also der portugiesischen Wohngebäude- und Hausratversicherung.

Zwei Voraussetzungen, die zusammen erfüllt sein müssen

Wie eine solche Definition aussieht, lässt sich an den öffentlich veröffentlichten Bedingungen eines der größten portugiesischen Versicherer zeigen. In den Allgemeinen Bedingungen von Fidelidade Casa Mais (Fassung MR010, Stand Juni 2022) hängt die Deckung Tempestades an zwei Voraussetzungen, die beide erfüllt sein müssen. Dazu kommt eine dritte Zahl, die keine Voraussetzung ist, sondern für Sie arbeitet.

90 km/h
Voraussetzung 1: Ab dieser Geschwindigkeit gilt Wind dort als vento forte
5 km
Voraussetzung 2: In diesem Umkreis müssen weitere Gebäude oder Bäume Schaden genommen haben
72 Stunden
Keine Voraussetzung, sondern eine Regel zu Ihren Gunsten: alles darin ist ein Schadenfall

Die zweite Voraussetzung ist die, an der die meisten Streitfälle entstehen, und sie ist deutschen Eigentümern völlig fremd. Es genügt nicht, dass Ihr Dach beschädigt wurde. Der Vertrag verlangt, dass die Gewalt des Sturms „vários Edifícios de Boa Construção, objetos ou árvores sãs“ im Umkreis von fünf Kilometern zerstört oder beschädigt hat. Übersetzt heißt das: Der Sturm muss nachweisbar ein Ereignis für die ganze Nachbarschaft gewesen sein, nicht nur für Ihr Haus. Ein einzelner abgedeckter Dachbereich bei ansonsten unversehrter Umgebung ist für den Versicherer ein Indiz dafür, dass nicht der Wind, sondern der Zustand des Daches die Ursache war.

Ebenfalls definiert ist, was ein Edifício de Boa Construção überhaupt ist: ein Gebäude, dessen Struktur, Außenwände und Dach nach der zur Bauzeit geltenden Regelung errichtet wurden, aus windbeständigen Materialien, ausdrücklich genannt sind Stahlbeton, Mauerwerk und Tondachziegel. Wer das alte Nebengebäude seiner quinta mit Leichtbaudach für mitversichert hält, sollte genau hier nachlesen.

Ihr Schaden allein macht noch keinen Sturm. Der Vertrag verlangt den Beweis, dass es die ganze Straße getroffen hat.

Die 72-Stunden-Regel arbeitet für Sie

Die dritte Zahl ist keine Hürde. Geht in der Nacht das Dach ab und am Tag darauf noch der Carport, sind das nach dieser Klausel nicht zwei Schadenfälle mit zwei Selbstbeteiligungen, sondern einer. Melden Sie deshalb beide Schäden im selben Vorgang und nicht getrennt.

Die Zahlen gelten für diesen einen Vertrag

90 km/h, fünf Kilometer und 72 Stunden stammen aus den zitierten Bedingungen eines Versicherers in einer bestimmten Fassung. Andere Gesellschaften arbeiten mit 100 km/h, mit anderen Radien oder ganz ohne Umkreisklausel. Es gibt in Portugal keine landesweit einheitliche Sturmdefinition. Prüfen Sie in Ihren condições gerais, welche Schwelle und welcher Nachweis für Sie gelten, bevor Sie sich auf eine Zahl aus dem Internet verlassen.

Eine Abgrenzung, die häufig durcheinandergeht: Wenn Ihr Haus zum Schadenzeitpunkt gerade gebaut oder saniert wird, ist nicht die Hausversicherung der richtige Adressat, sondern die Bauversicherung in Portugal. Sie deckt das Bauvorhaben während der Arbeiten ab, nicht den Sturmschaden am fertigen Gebäude.

Sturm, Regen, Hang und Meer: was zuwählbar ist und was nicht

Ein einziges Unwetter kann in Portugal mehrere Deckungen berühren, und in portugiesischen Policen sind das regelmäßig getrennte, jeweils zuwählbare Bausteine statt eines einzigen Wetterschutzes. Das ist der häufigste blinde Fleck bei deutschsprachigen Eigentümern, weil die deutsche Wohngebäudeversicherung Sturm und Hagel üblicherweise im Grundbaustein führt. Prüfen Sie in Ihren condições particulares, welche der folgenden Bausteine Sie tatsächlich eingeschlossen haben.

Tempestades Wind

Taifune, Zyklone, Tornados und starker Wind, dazu Gegenstände, die der Wind gegen das Gebäude schleudert. Schnee- und Hagelfall sind eingeschlossen. Regen zählt nur dann dazu, wenn er als Folge des Windschadens ins Gebäude eindringt, also etwa durch das abgedeckte Dach.

Inundações Wasser

Wolkenbruch und Starkregen, im zitierten Vertrag definiert als mehr als zehn Millimeter Niederschlag in zehn Minuten am Regenmesser. Dazu Rohr-, Kanal-, Deich- und Staudammbrüche sowie über die Ufer tretende Wasserläufe. Ohne diese Deckung ist ein vollgelaufener Keller nach einem Gewitter kein Versicherungsfall.

Aluimento de terras Hang

Erdrutsche, Abrutschungen, Bergstürze und Bodenabsenkungen. Für Häuser an Hanglagen der Algarve, an der Serra oder an aufgeschütteten Terrassen ist das der eigentlich kritische Baustein. Nicht gedeckt sind Schäden, die auf Baumängel, ungeeigneten Untergrund oder Erdarbeiten zurückgehen.

Ação do mar nicht dabei

Schäden durch das Meer sind aus der Sturmdeckung ausdrücklich ausgeschlossen, und zwar auch dann, wenn sie aus einem Unwetter entstehen. Die Überschwemmungsdeckung nimmt zusätzlich Springfluten und die dauernde Einwirkung des Meeres heraus. Im zitierten Vertrag ist dafür auch kein eigener Baustein zuwählbar. Wer in erster Reihe baut, sollte deshalb ausdrücklich fragen, ob sein Versicherer überhaupt eine Deckung dafür anbietet.

Praktisch bedeutet das: Nach demselben Sturm kann ein Nachbar entschädigt werden und Sie nicht, ohne dass einer von Ihnen etwas falsch gemacht hat. Es entscheidet, welche Bausteine jeder von Ihnen eingeschlossen hat und welcher Wirkmechanismus den Schaden verursacht hat. Deshalb steht diese Frage bei uns am Anfang jeder Beratung zur Hausversicherung in Portugal und nicht am Ende.

Die ersten 48 Stunden: sichern, dokumentieren, nicht reparieren

Nach einem Sturmschaden sind Sie in Portugal gesetzlich verpflichtet, weitere Schäden zu begrenzen, dürfen die Schadenstelle aber nicht endgültig instand setzen, bevor der Sachverständige da war. Beides gilt gleichzeitig, und genau daran scheitern die meisten Regulierungen.

Die gesetzliche Pflicht und der scheinbare Widerspruch

Artikel 126 des Decreto-Lei 72/2008, des portugiesischen Versicherungsvertragsgesetzes, verlangt vom Versicherungsnehmer, „os meios ao seu alcance para prevenir ou limitar os danos“ einzusetzen. Sie müssen also handeln, nicht warten.

Zugleich verlangt Ihr Vertrag das Gegenteil von voreiligem Handeln. Die zitierten Bedingungen verpflichten Sie ausdrücklich, Spuren des Schadens ohne vorherige Zustimmung des Versicherers weder zu beseitigen noch zu verändern und die beschädigten Teile, die salvados, aufzubewahren. Der Widerspruch löst sich, wenn Sie zwischen Sicherung und Reparatur trennen.

Stunde 0 bis 2
Sicherheit

Erst Menschen, dann Gebäude

  • Strom und Gas abstellen, wenn Wasser im Haus steht oder Leitungen freiliegen.
  • Bei akuter Gefahr durch lose Bauteile die bombeiros, die Feuerwehr, über 112 rufen. Deren Einsatzbericht ist später ein starker Beleg.
  • Betreten Sie kein Dach und keine Etage, deren Zustand Sie nicht beurteilen können.
Stunde 2 bis 12
Beweise

Fotografieren, bevor irgendetwas bewegt wird

  • Weitwinkel für die Gesamtsituation, Nahaufnahmen je Schadenstelle, Video im Rundgang.
  • Auch die Nachbarschaft fotografieren: umgestürzte Bäume, andere beschädigte Dächer. Das ist Ihr Nachweis für die Fünf-Kilometer-Klausel.
  • Die Wetterwarnung des IPMA, des portugiesischen Wetterdienstes, für Ihren Bezirk und Tag als Bildschirmfoto sichern.
Stunde 12 bis 24
Notsicherung

Provisorien ja, Handwerker mit Endrechnung nein

  • Plane über das offene Dach, Fenster provisorisch schließen, Wasser abpumpen, Möbel hochstellen.
  • Belege für diese Maßnahmen sammeln, auch für Baumarktkäufe und Helferstunden.
  • Keine endgültige Reparatur, kein Entsorgen zerstörter Teile, keine Erneuerung des Daches vor der Besichtigung.
Stunde 24 bis 48
Meldung

Erst jetzt geht die Akte los

  • Schriftliche participação de sinistro, die formelle Schadenanzeige, mit allen Unterlagen aus den Schritten davor.
  • Kostenvoranschläge einholen, aber Aufträge erst nach Abstimmung erteilen.

Warum die Plane bezahlt wird, auch wenn sie nichts nützt

Der entscheidende Satz zu den Kosten der Notsicherung steht in derselben Bedingungsklausel: Der Versicherer erstattet diese Aufwendungen, sofern sie angemessen und verhältnismäßig sind, „ainda que os meios empregados se revelem ineficazes“, also auch dann, wenn sie sich als wirkungslos erweisen. Auf Verlangen sogar vorab, noch vor der Regulierung des eigentlichen Schadens.

Die Plane auf dem Dach wird bezahlt, selbst wenn sie nichts nützt. Der neue Dachstuhl vor der Besichtigung wird zum Problem.
Älteres Paar fotografiert auf der Terrasse eines portugiesischen Hauses zerbrochene Dachziegel, im Hintergrund eine Plane über dem beschädigten Dach
Erst dokumentieren, dann sichern, dann melden. Wer diese Reihenfolge umdreht, verliert die Beweise, auf die es später ankommt.

Die Acht-Tage-Frist und was wirklich passiert, wenn Sie sie reißen

Nach Artikel 100 des Decreto-Lei 72/2008 muss der Schaden „no prazo fixado no contrato ou, na falta deste, nos oito dias imediatos àquele em que tenha conhecimento“ gemeldet werden. Acht Tage also, gerechnet ab Ihrer Kenntnis vom Schaden, nicht ab dem Sturm. Für Eigentümer, die nicht dauerhaft in Portugal leben, ist dieser Unterschied bares Geld wert.

Was das Gesetz einem Vertrag höchstens erlaubt

Artikel 101 desselben Gesetzes ist der Teil, den deutschsprachige Ratgeber regelmäßig weglassen. Er ordnet keine Sanktion an, sondern setzt eine Obergrenze: Er legt fest, was ein Vertrag für eine verspätete Meldung überhaupt vorsehen darf. Ohne eine entsprechende Klausel in Ihrer Police entsteht gar keine Folge, und mehr als das Folgende darf keine Klausel anordnen.

SituationWas der Vertrag höchstens vorsehen darf
Verspätete oder unvollständige Meldung, ohne VorsatzKürzung der Leistung, und zwar nur in Höhe des Schadens, den die Verspätung dem Versicherer nachweislich verursacht hat
Verspätung vorsätzlich und mit erheblichem Schaden für den VersichererVerlust der Deckung. Beide Voraussetzungen müssen zusammenkommen
Versicherer hat auf anderem Weg vom Schaden erfahrenKeine Rechtsfolge. Die Kürzung ist ausgeschlossen
Sie konnten vernünftigerweise nicht früher meldenKeine Rechtsfolge, wenn Sie das belegen können

Damit ist die Acht-Tage-Frist keine Ausschlussfrist. Sie ist eine Obliegenheit mit abgestufter Sanktion, die zudem nur greift, soweit Ihr Vertrag sie überhaupt vorsieht. Wer drei Wochen im Ausland war und danach meldet, verliert seinen Anspruch nicht, sondern muss allenfalls hinnehmen, dass ein Teil gekürzt wird, falls dem Versicherer durch die Verzögerung nachweisbar etwas entgangen ist, etwa weil sich der Schaden inzwischen ausgeweitet hat.

Das ist ausdrücklich kein Freibrief. Zwei Gründe sprechen dafür, trotzdem sofort zu melden. Erstens wächst ein Wasserschaden jeden Tag, und die Ausweitung ist genau der Nachteil, den der Versicherer gegen Sie ins Feld führen kann. Zweitens läuft parallel Ihre Pflicht zur Schadensminderung aus Artikel 126 weiter, und die lässt sich aus der Ferne nur schwer erfüllen. Wer einen Makler vor Ort hat, löst genau dieses Problem: Die Schadensmeldung für Hausrat und Gebäude kann laufen, während Sie noch am Flughafen stehen.

Peritagem und Auszahlung: welche Frist für wen gilt

Die Zahlungsfrist des Versicherers beginnt erst, wenn seine Ermittlungen abgeschlossen sind, und nicht mit dem Sturm. Nach der Meldung beauftragt er einen perito, einen Sachverständigen. Dessen peritagem, die Schadenbegutachtung, stellt fest, ob ein gedecktes Ereignis vorliegt und wie hoch der Schaden ist.

Artikel 104 des Decreto-Lei 72/2008 bestimmt: Die Leistungspflicht wird 30 Tage nach Abschluss der Ermittlungen fällig. Wer den Kalender ab dem Sturmtag zählt, wartet auf eine Frist, die noch gar nicht angefangen hat.

Eine Bremse gibt es dagegen: Ermittlungen und Begutachtung sind nach den zitierten Bedingungen „com a adequada prontidão e diligência“ durchzuführen, andernfalls haftet der Versicherer für den daraus entstehenden Schaden. Eine ergebnislos in die Länge gezogene Begutachtung ist also nicht folgenlos, auch wenn sie keine feste Tagesgrenze hat.

Beispielrechnung: warum die Selbstbeteiligung nur einmal greift

Ein Haus in der Nähe von Almancil verliert in der Sturmnacht Dachziegel im Wert von 6.400 Euro, am Folgetag reißt der Wind die Pergola auf der Terrasse ab, Zeitwert 2.100 Euro. Der Vertrag sieht für Naturereignisse eine Selbstbeteiligung, eine franquia, von 500 Euro je Schadenfall vor.

Werden beide Schäden getrennt gemeldet, sieht die Rechnung nach zwei Selbstbeteiligungen aus: 8.500 minus 1.000, also 7.500 Euro. Werden sie als ein Ereignis behandelt, wie es die 72-Stunden-Klausel vorsieht, bleiben 8.000 Euro. Die 500 Euro Unterschied hängen allein daran, wie gemeldet wurde.

Die Zahlen sind zur Veranschaulichung gewählt. Ob und in welcher Höhe eine franquia in Ihrem Vertrag steht, ergibt sich ausschließlich aus Ihren condições particulares.

Was beim Sturmschaden regelmäßig nicht gedeckt ist

Die Ausschlüsse sind bei Naturereignissen umfangreicher als bei jeder anderen Deckung, und sie treffen ausgerechnet das, was am Haus zuerst kaputtgeht. Die folgende Liste stammt aus den zitierten Bedingungen und beschreibt den typischen Zuschnitt am portugiesischen Markt. Ihre Police kann davon abweichen, in beide Richtungen.

Prüfen Sie in Ihrer Police, ob diese Punkte ausgeschlossen sind

  • Infiltrationen durch Wände, Decken, Fenster, Dachfenster, Terrassen und marquises, also verglaste Balkone, ebenso Feuchtigkeit und Kondenswasser, sofern sie nicht direkte Folge des gedeckten Windschadens sind. Das ist der häufigste Ablehnungsgrund nach Unwettern.
  • Wasser, das durch offen gelassene oder schlecht schließende Fenster und Türen eindringt.
  • Solarmodule samt Unterkonstruktion und Verspannung, wenn nichts anderes vereinbart ist. Gleiches gilt für Außenantennen und deren Masten.
  • Bewegliche Sachen im Freien: Gartenmöbel, Sonnenschirme, Grill, alles, was nicht fest verbaut ist.
  • Rollläden, Markisen und Außenjalousien, es sei denn, aus demselben Ereignis entstehen gleichzeitig andere Gebäudeschäden.
  • Gebäude, die zum Schadenzeitpunkt in schlechtem Erhaltungszustand sind, sowie nicht vollständig geschlossene oder überdachte Bauten wie offene Carports.
  • Schäden durch das Meer, auch wenn sie aus einem Unwetter entstehen.

Zwei dieser Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie in Portugal anders liegen als in Deutschland. Der erste sind die Solarmodule. Wer eine Anlage aufs Dach setzt und annimmt, sie sei als fester Gebäudebestandteil automatisch mitversichert, sollte das ausdrücklich prüfen lassen. Der zweite ist der Erhaltungszustand. Bei älteren Häusern mit unsanierten Dächern ist die Grenze zwischen Sturmschaden und Verschleiß der Punkt, an dem sich die Regulierung entscheidet. Regelmäßige Wartung ist deshalb nicht nur Bauunterhalt, sie ist Teil Ihres Versicherungsschutzes.

Unterversicherung: warum am Ende weniger ankommt

Selbst bei klarer Deckung kann die Auszahlung deutlich unter dem Schaden liegen. Grund ist Artikel 134 des Decreto-Lei 72/2008: Ist die Versicherungssumme niedriger als der Wert der versicherten Sache, haftet der Versicherer nur anteilig, im Gesetzeswortlaut „só responde pelo dano na respectiva proporção“. Das ist die regra proporcional.

Der Anteil bemisst sich am Verhältnis von capital seguro, der vereinbarten Versicherungssumme, zum tatsächlichen Wert, und zwar unabhängig davon, wie groß der Schaden ist. Wer sein Haus mit der Hälfte des Wiederaufbauwerts versichert hat, bekommt auch bei einem kleinen Dachschaden nur die Hälfte. Das ist keine Strafe, sondern die logische Folge einer zu niedrig gewählten Summe, und es ist der Punkt, an dem sich eine über Jahre nicht angepasste Police bitter rächt. Wie sich der richtige Wert ermitteln lässt, haben wir im Beitrag zu den Wiederaufbaukosten in Portugal beschrieben.

Die Baukosten in Portugal sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Eine Versicherungssumme, die vor zehn Jahren beim Kauf gesetzt und seither nicht angefasst wurde, ist heute mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig. Prüfen Sie diesen Wert einmal jährlich, am besten zusammen mit der Verlängerung, und legen Sie dafür Ihre Caderneta Predial daneben, aus der Fläche, Bauart und Baujahr Ihrer Immobilie hervorgehen.

Estado de calamidade: der hartnäckigste Irrtum

Ein estado de calamidade setzt keinen privaten Versicherungsvertrag außer Kraft. Er ist ein Instrument des Zivilschutzrechts nach der Lei 27/2006 und regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern, nicht Ihren Vertrag. Er ermöglicht außerordentliche Maßnahmen, von der Mobilisierung von Einsatzkräften über Steuerstundungen bis zu Kreditlinien.

Trotzdem hält sich nach schweren Unwettern hartnäckig die Behauptung, bei einem ausgerufenen Katastrophenzustand zahle die private Versicherung nicht mehr, weil es sich dann um höhere Gewalt handele. Der Irrtum kostet Menschen ihren Anspruch, weil sie gar nicht erst melden.

Wie so ein Vorgang praktisch aussieht, ließ sich Anfang 2026 an der Tempestade Kristin beobachten. In der Nacht zum 28. Januar 2026 zog eine ciclogénese explosiva, ein explosionsartig vertiefendes Sturmtief, über das Land, mit Schwerpunkt in der Landesmitte. Die Regierung erklärte mit der Resolução do Conselho de Ministros 15-B/2026 vom 30. Januar 2026 die situação de calamidade, verlängerte sie zweimal und beschloss ein Maßnahmenpaket. Kein einziger dieser Rechtsakte setzt Versicherungsverträge aus.

Warum Versicherer nach Unwettern tatsächlich ablehnen

  • Die betroffene Deckung war gar nicht eingeschlossen, etwa Inundações bei einem Wasserschaden.
  • Der Nachweis für die Sturmschwelle oder die Umkreisklausel fehlt.
  • Das Gebäude war zum Schadenzeitpunkt in schlechtem Erhaltungszustand.
  • Der Schaden bestand ganz oder teilweise schon vorher.
  • Die Versicherungssumme war zu niedrig, es greift die regra proporcional.
  • Beweise wurden vor der Begutachtung beseitigt.

Alle sechs Punkte stehen in der Police, nicht in der Regierungsentscheidung. Und alle sechs lassen sich vorher prüfen.

Was die Pflichtversicherung im Condomínio abdeckt

Die gesetzliche Pflichtversicherung einer portugiesischen Eigentümergemeinschaft deckt ausschließlich Feuer, keinen Sturm. Artikel 1429 des Código Civil schreibt für Gebäude in propriedade horizontal, also im Wohnungseigentum, eine Versicherung gegen das Brandrisiko vor, für die einzelnen Einheiten wie für das Gemeinschaftseigentum. Der administrador de condomínio, der Verwalter, muss sie abschließen, wenn die Eigentümer es nicht tun.

Wer eine Wohnung in einer Anlage besitzt, hört trotzdem oft den beruhigenden Satz, das condomínio sei ja versichert. Ob die Gemeinschaftspolice über die Feuerdeckung hinaus auch Sturm, Überschwemmung oder Erdrutsch enthält, ist eine freiwillige Entscheidung der Eigentümerversammlung, und sie fällt oft gegen den Einschluss aus, weil die Prämie niedrig bleiben soll.

Drei Fragen an Ihre Verwaltung, bevor der nächste Sturm kommt

  • Enthält die Gemeinschaftspolice die Deckungen Tempestades, Inundações und Aluimento de terras, oder nur Feuer?
  • Auf welche Versicherungssumme ist das Gebäude gesetzt, und wann wurde sie zuletzt angepasst?
  • Wie ist die Grenze zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum in der Police gezogen, insbesondere bei Dach, Fassade, Fenstern und Terrassen?

Ihre eigene Police sollte genau dort ansetzen, wo die Gemeinschaftspolice aufhört. Doppelt versichert zu sein kostet Geld, eine Lücke dazwischen kostet mehr.

Deutschland und Portugal im Vergleich

Der Hauptunterschied liegt im Grundschutz: In Deutschland ist Sturm üblicherweise im Basispaket der Wohngebäudeversicherung enthalten, in Portugal ist er ein zuwählbarer Baustein. Dazu kommt eine Nachweisstufe, die das deutsche System nicht kennt.

Deutschland

Sturm im Grundschutz, Wasser als Zusatz

Die Wohngebäudeversicherung führt Sturm und Hagel üblicherweise im Basispaket, meist ab Windstärke 8. Elementarschäden wie Überschwemmung und Erdrutsch sind ein eigener Baustein. Die Meldung soll unverzüglich erfolgen, die Rechtsfolgen einer Verletzung sind im Versicherungsvertragsgesetz geregelt und gestuft.

Portugal

Zuwählbare Bausteine, ein Nachweis mehr

Sturm, Überschwemmung und Erdrutsch sind getrennte, jeweils zuwählbare Deckungen, Meereswirkung ist aus beiden Wetter-Deckungen ausgeschlossen. Dazu kommt die Umkreisklausel, die den Schaden in der Nachbarschaft verlangt. Die Meldefrist beträgt acht Tage ab Kenntnis, ist aber keine Ausschlussfrist.

Sechs Fehler aus der Praxis

Diese sechs Fehler entscheiden in der Regulierung häufiger über den Betrag als die Schadenhöhe selbst, und alle sechs lassen sich in den ersten Stunden vermeiden.

1

!Der Dachdecker kommt am nächsten Morgen und macht die Sache endgültig heil, bevor jemand vom Versicherer da war.
Notsicherung ja, Reparatur nein. Beschädigte Teile aufbewahren, Fotos vor jeder Maßnahme, Endauftrag erst nach Abstimmung.

2

!Nur das eigene Haus wird fotografiert. Für die Umkreisklausel fehlt damit jeder Beleg.
Auch die Nachbarschaft dokumentieren und die Wetterwarnung des IPMA für Tag und Bezirk sichern.

3

!Die Meldung unterbleibt, weil die acht Tage schon vorbei sind und der Anspruch angeblich verfallen ist.
Trotzdem melden. Nach Artikel 101 darf eine Verspätung ohne Vorsatz höchstens zu einer Kürzung in Höhe des nachgewiesenen Nachteils führen.

4

!Dachschaden und abgerissene Pergola werden als zwei Vorgänge gemeldet, weil sie an zwei Tagen passiert sind.
Innerhalb von 72 Stunden ist es nach den zitierten Bedingungen ein Schadenfall. Zusammen melden, dann greift die Selbstbeteiligung nur einmal.

5

!Der Wasserschaden an der Wand wird als Sturmschaden gemeldet, obwohl das Wasser seitlich durch die Fassade kam.
Den Weg des Wassers dokumentieren. Regeneintritt ist nur gedeckt, wenn er Folge des Windschadens ist. Sonst greift, wenn überhaupt, die Deckung Inundações.

6

!Sie verlassen sich auf die Police des condomínio und haben selbst keine Naturgefahrendeckung.
Gesetzlich Pflicht ist dort nur Feuer. Die Gemeinschaftspolice anfordern und die eigene Police auf die Lücke ausrichten.

Wenn der Versicherer nicht zahlt

Gegen eine Ablehnung führt der Weg über den Versicherer und danach über die Versicherungsschlichtungsstelle, nicht über die Aufsichtsbehörde. Viele schreiben zuerst die Aufsicht an und warten auf eine Entscheidung, die von dort nicht kommen kann.

Schritt 1
Beim Versicherer

Schriftliche Beschwerde mit Begründung

  • Auf die konkrete Klausel Bezug nehmen, auf die sich die Ablehnung stützt.
  • Ein eigenes Gutachten oder einen zweiten Kostenvoranschlag beilegen, wenn es um die Höhe geht.
Schritt 2
CIMPAS

Schlichtung und Schiedsverfahren

Schritt 3
Gericht

Julgados de Paz oder ordentliches Gericht

  • Die Julgados de Paz, die Friedensgerichte, sind für Streitwerte bis 15.000 Euro zuständig und arbeiten schneller als die ordentliche Gerichtsbarkeit.
  • Darüber hinaus bleibt der reguläre Rechtsweg.
Parallel
ASF

Was die Aufsicht kann, und was nicht

  • Die ASF, die portugiesische Versicherungsaufsicht, klärt auf und kann Verstöße sanktionieren.
  • Sie kann im Einzelfall aber weder eine Haftung feststellen noch einen Betrag festsetzen. Wer nur dort schreibt, wartet auf etwas, das nicht kommt.

In der Praxis erledigen sich viele dieser Fälle vor Schritt zwei, wenn die Beschwerde fachlich sauber begründet und auf Portugiesisch formuliert ist. Genau das ist die Stelle, an der ein Makler mehr wert ist als eine Police: nicht beim Abschluss, sondern bei der Auseinandersetzung.

Was sich voraussichtlich ändert

Naturgefahren sind in Portugal heute freiwillige Bausteine, eine gesetzliche Pflichtdeckung ist angekündigt, aber nicht in Kraft. Die Regierung plant im Rahmen des Plano de Transformação, Recuperação e Resiliência eine Pflichtdeckung gegen Naturkatastrophen und Erdbebenrisiko für Wohngebäude und Unternehmensinfrastruktur, flankiert von einem staatlichen Katastrophenfonds.

Stand August 2026: ein Vorhaben, kein geltendes Recht

Das zugehörige Decreto-Lei ist zum Zeitpunkt dieses Beitrags nicht verabschiedet, das Inkrafttreten wird nach den Regierungsangaben frühestens für 2027 erwartet. Bis dahin schließt niemand die Bausteine für Sie ein. Wir beobachten den Gesetzgebungsstand und aktualisieren diesen Abschnitt, sobald ein Rechtsakt vorliegt.

PDF

Sturmschaden in Portugal: Was Sie in den ersten 48 Stunden tun

Zwei Seiten zum Ausdrucken und ans Schwarze Brett im Ferienhaus: der Ablauf Stunde für Stunde, die Liste der Unterlagen für die participação de sinistro, was Notsicherung erlaubt und was sie verbietet, die Fristen für Sie und für den Versicherer, was Sie bei Fernbesitz vorher regeln sollten und die Prüfpunkte für Ihre Police. Kostenfrei, ohne Anmeldung.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange habe ich Zeit, einen Sturmschaden in Portugal zu melden?

Wenn Ihr Vertrag nichts anderes bestimmt, acht Tage ab dem Tag, an dem Sie von dem Schaden erfahren haben. Das ergibt sich aus Artikel 100 des Decreto-Lei 72/2008. Maßgeblich ist Ihre Kenntnis, nicht das Datum des Sturms. Für Eigentümer, die nicht dauerhaft vor Ort sind, beginnt die Frist also erst, wenn der Nachbar oder die Verwaltung sich meldet.

Verliere ich meinen Anspruch, wenn ich die acht Tage überschreite?

In aller Regel nicht. Artikel 101 des Decreto-Lei 72/2008 erlaubt einem Vertrag höchstens eine Kürzung in Höhe des Schadens, den die verspätete Meldung dem Versicherer nachweislich verursacht hat, und den vollständigen Verlust der Deckung nur bei Vorsatz und erheblichem Schaden zugleich. Selbst eine Kürzung entfällt, wenn der Versicherer auf anderem Weg vom Schaden erfahren hat oder wenn Sie belegen können, dass Sie nicht früher melden konnten. Melden Sie trotzdem sofort, denn ein wachsender Schaden ist genau der Nachteil, den der Versicherer Ihnen entgegenhalten kann.

Ab welcher Windgeschwindigkeit zahlt die Versicherung in Portugal?

Eine landesweit einheitliche Schwelle gibt es nicht, weil die Definition im Vertrag steht und nicht im Gesetz. In den veröffentlichten Allgemeinen Bedingungen von Fidelidade Casa Mais, Fassung MR010 vom Juni 2022, gilt Wind ab mehr als 90 Kilometern pro Stunde als starker Wind. Andere Gesellschaften arbeiten mit 100 Kilometern pro Stunde. Prüfen Sie in Ihren condições gerais, welcher Wert für Sie gilt.

Was bedeutet die Fünf-Kilometer-Klausel?

Sie verlangt, dass der Sturm im Umkreis von fünf Kilometern um Ihr Haus auch andere solide gebaute Gebäude, Gegenstände oder gesunde Bäume beschädigt hat. Damit will der Versicherer ausschließen, dass ein Schaden am schwächsten Dach der Straße als Sturmschaden abgerechnet wird. Für Sie heißt das praktisch: Fotografieren Sie nach dem Unwetter auch die Nachbarschaft und sichern Sie die Wetterwarnung des IPMA für Ihren Bezirk.

Darf ich das Dach sofort provisorisch abdichten?

Sie müssen es sogar. Artikel 126 des Decreto-Lei 72/2008 verpflichtet Sie, mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln weitere Schäden zu verhindern oder zu begrenzen. Die Kosten dieser Sicherung erstattet der Versicherer, sofern sie angemessen sind, und nach den zitierten Bedingungen sogar dann, wenn sie sich als wirkungslos erweisen. Was Sie nicht dürfen, ist endgültig reparieren oder beschädigte Teile entsorgen, bevor der Sachverständige da war.

Zahlt die Versicherung nicht, wenn die Regierung den Katastrophenzustand ausruft?

Doch. Der estado de calamidade ist ein Instrument des Zivilschutzrechts nach der Lei 27/2006 und regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern. Er suspendiert keine privaten Versicherungsverträge und ist kein Ablehnungsgrund. Wenn ein Versicherer nach einem Unwetter nicht zahlt, liegt das an der Police: an einer fehlenden Deckung, am Erhaltungszustand des Gebäudes, an einer zu niedrigen Versicherungssumme oder an fehlenden Nachweisen.

Ist Wasser im Haus nach einem Sturm automatisch mitversichert?

Nein, es kommt auf den Weg des Wassers an. Regen, der als Folge des gedeckten Windschadens ins Gebäude gelangt, etwa durch das abgedeckte Dach, gehört zur Sturmdeckung. Wasser, das seitlich durch Wände, Fenster, Terrassen oder marquises eindringt, ist als Infiltration in aller Regel ausgeschlossen. Steht das Wasser vom Boden her im Haus, greift allenfalls die gesonderte Deckung Inundações, und die muss eingeschlossen sein.

Wann muss der Versicherer auszahlen?

Nach Artikel 104 des Decreto-Lei 72/2008 wird die Leistung 30 Tage nach Abschluss der Ermittlungen fällig, also nach der peritagem, nicht 30 Tage nach dem Schadenereignis. Der Versicherer muss die Begutachtung allerdings mit der gebotenen Zügigkeit und Sorgfalt führen und haftet andernfalls für den daraus entstehenden Schaden.

Reicht die Versicherung des Condomínio für mein Apartment?

Für Sturmschäden meist nicht. Artikel 1429 des Código Civil schreibt für Gebäude in propriedade horizontal lediglich eine Versicherung gegen Feuer vor, für die einzelnen Einheiten wie für das Gemeinschaftseigentum. Ob die Gemeinschaftspolice zusätzlich Sturm, Überschwemmung oder Erdrutsch einschließt, entscheidet die Eigentümerversammlung freiwillig. Fordern Sie die Police bei Ihrer Verwaltung an und richten Sie Ihre eigene Deckung auf die verbleibende Lücke aus.

Unser Rat als unabhängiger Makler

Bei diesem Thema fällt die Entscheidung lange vor dem Sturm. Wer erst im Schadenfall nachliest, welche Bausteine seine Police führt, erfährt es zum teuersten möglichen Zeitpunkt. Die drei Fragen, die wirklich zählen, lassen sich dagegen an einem Nachmittag klären: Welche Naturgefahren sind eingeschlossen, ist die Versicherungssumme noch aktuell, und wo genau verläuft die Grenze zur Police der Eigentümergemeinschaft.

Als unabhängiger Versicherungsmakler ohne Bindung an eine Gesellschaft sehen wir uns diese Punkte gemeinsam mit Ihnen an und sagen Ihnen auch, wenn Ihre bestehende Police ausreicht. Kommt es doch zum Schaden, führen wir die participação de sinistro, begleiten die peritagem und übernehmen den Schriftwechsel. Beratung und Schadenabwicklung laufen bei uns auf Deutsch, auch dann, wenn die Gegenseite ein portugiesischer Versicherer oder ein portugiesischer Sachverständiger ist. Welche Bausteine wir in Portugal für Gebäude, Hausrat und Haftpflicht kombinieren, steht auf unserer Seite zur Hausversicherung in Portugal.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine rechtliche Beratung noch die Prüfung Ihres konkreten Versicherungsvertrags. Die Angaben zu Fristen und Rechtsfolgen entsprechen dem Stand August 2026 und stützen sich auf das verlinkte portugiesische Versicherungsvertragsgesetz, auf die dort genannten Veröffentlichungen der Regierung sowie auf die öffentlich publizierten Allgemeinen Bedingungen eines Versicherers, die als Beispiel für die Marktpraxis dienen und keine Empfehlung darstellen. Windschwellen, Umkreisklauseln, Selbstbeteiligungen und Ausschlüsse unterscheiden sich zwischen den Gesellschaften erheblich. Welche Leistungen Ihre Police enthält, ergibt sich ausschließlich aus Ihren condições gerais und condições particulares. Sprechen Sie uns an, wenn wir das für Sie prüfen sollen.

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