Logo C1 Broker Branco

Wohnmobil in Portugal anmelden und versichern: Leitfaden für Residenten

Ehepaar mit Fahrzeugunterlagen vor einem weißen Wohnmobil an der portugiesischen Algarve-Küste

32 Min. Lesezeit

Das Wohnmobil steht seit vier Monaten auf dem Grundstück bei Tavira, deutsches Kennzeichen, deutsche Police, deutscher Schadenfreiheitsrabatt aus achtzehn Jahren. Der Umzug ist durch, die autorização de residência liegt vor, das Fahrzeug fährt jeden zweiten Samstag zum Markt. Und niemand hat bisher gefragt, warum es noch nicht umgemeldet ist.

Für die Versicherung ist genau das der wunde Punkt. Die portugiesische Versicherungspflicht knüpft nicht an Ihren Wohnsitz an und auch nicht an das Kennzeichen, sondern an den gewöhnlichen Standort des Fahrzeugs. Sobald das Wohnmobil dauerhaft in Portugal steht, ist die deutsche Police nicht mehr die Police, die das Gesetz meint. Und je länger der Zustand dauert, desto teurer wird er, weil an ihm drei Dinge gleichzeitig hängen: eine Steuer, die 2027 spürbar steigt, eine Befreiung mit einer Antragsfrist, und ein Rabatt, der nach einem halben Jahr Pause bei mindestens einem der großen portugiesischen Versicherer ersatzlos verfällt.

Von der Einfuhr bis zur portugiesischen Police sind es vier Stationen, und jede setzt die vorherige voraus. Wer eine davon überspringt, merkt es erst, wenn eine Frist abgelaufen oder ein Schaden eingetreten ist. Allgemeine Fragen zur Autoversicherung, etwa zu Deckungsarten, Werkstattnetzen und zur carta verde, behandelt unser Ratgeber zur Kfz-Versicherung für Expats. Hier geht es ausschließlich um das, was beim Wohnmobil anders ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Erst die DAV bei der Zollbehörde, dann das Kennzeichen beim IMT, dann die portugiesische Police. In der Praxis stellen die portugiesischen Gesellschaften die Police erst auf die portugiesische matrícula aus, und die gibt es erst nach den beiden ersten Schritten.
  • Für die Einfuhr gelten 20 Arbeitstage und danach 60 Tage. Die Zollanmeldung muss laut Behördenangabe binnen zwanzig Arbeitstagen nach Ankunft des Fahrzeugs erfolgen, für die Zulassung beim IMT bleiben danach sechzig Tage.
  • Beim Umzug kann die Zulassungssteuer komplett entfallen. Artikel 58 des Código do ISV befreit Umzugsfahrzeuge, wenn die Bedingungen der Artikel 59 und 60 erfüllt sind: sechs Monate Wohnsitz im Ausland, sechs Monate Eigentum am Fahrzeug, Antrag binnen zwölf Monaten nach dem Umzug, ein Fahrzeug je Person.
  • Wer die Befreiung nicht bekommt, zahlt 2026 achtzig Prozent und ab 2027 den vollen Satz. Der ermäßigte Wohnmobil-Tarif des Artikels 9 läuft stufenweise aus. Bei einem Wohnmobil geht es dabei um deutlich mehr Geld als bei allen Gebühren des Verfahrens zusammen.
  • Ob Ihr Fahrzeug als autocaravana oder als ligeiro de mercadorias eingetragen ist, entscheidet über die Zahl der Prüftermine. In den ersten zehn Jahren sind das fünf gegenüber neun Terminen.
  • Der Wohnaufbau ist bei keinem der beiden geprüften Versicherer automatisch mitversichert. Beide behandeln nachträglich eingebaute Ausstattung als extras und decken sie nur, wenn sie in den condições particulares einzeln aufgeführt und beziffert ist.
  • Eine Unterbrechung von mehr als 180 Tagen kann Ihre gesamte Schadenfreiheit löschen. Das steht wörtlich im Bedingungswerk eines der größten portugiesischen Versicherer und trifft genau die Leute, die ihr deutsches Fahrzeug vor dem Umzug abmelden.
  • Übernachten ist erlaubt, aber begrenzt. Außerhalb von Schutzgebieten gelten höchstens 48 Stunden im selben Landkreis, und zwar nur für Fahrzeuge, die vom IMT als Wohnmobil homologiert sind.

Wann Portugal Ihr Wohnmobil sehen will

Für die portugiesische Versicherungspflicht ist der gewöhnliche Standort des Fahrzeugs maßgeblich, nicht das Kennzeichen und nicht der Wohnsitz des Halters. Artikel 4 des Decreto-Lei 291/2007 formuliert das ohne Spielraum: „Os veículos, com estacionamento habitual em Portugal, só podem circular se a responsabilidade civil emergente de acidente resultante dessa circulação se encontrar coberta por seguro“ (Artikel 4 im Wortlaut). Fahrzeuge mit gewöhnlichem Standort in Portugal dürfen nur fahren, wenn die Haftung aus dem Verkehr durch eine Versicherung nach diesem Gesetz gedeckt ist.

Sobald Ihr Wohnmobil also dauerhaft in Portugal steht, ist die deutsche Police nicht mehr der Vertrag, den das portugiesische Recht verlangt. Sie deckt weiter, solange sie läuft, aber sie erfüllt die portugiesische Pflicht nicht mehr, und der deutsche Versicherer wird spätestens beim ersten Schaden fragen, wo das Fahrzeug eigentlich steht.

Die beiden Fristen, die zuerst laufen

Der Ablauf hat zwei aufeinanderfolgende Fristen, beide von der Verwaltung selbst veröffentlicht. Die Declaração Aduaneira de Veículos, kurz DAV, ist die Zollanmeldung des Fahrzeugs und binnen „20 dias úteis, após a entrada do veículo em Portugal“ abzugeben, also innerhalb von zwanzig Arbeitstagen nach der Ankunft. Danach bleiben sechzig Tage, um beim IMT die Zulassung und das Kennzeichen zu beantragen. Beides steht in der Servicebeschreibung des Portals der Verwaltung, die Wohnmobile ausdrücklich einschließt (Fahrzeugsteuer bei Einfuhr, gov.pt).

Der Fehler, der die Befreiung kostet

Die zwanzig Arbeitstage laufen ab Ankunft des Fahrzeugs, nicht ab Ihrem Meldedatum und nicht ab dem Tag, an dem Sie sich entscheiden. Wer das Wohnmobil im Frühjahr herüberfährt, den Sommer über abwartet und sich im Herbst kümmert, hat die Frist längst überschritten. Für die eigentliche Steuerbefreiung ist zusätzlich eine ganz eigene Frist einzuhalten, die im nächsten Abschnitt steht. Beide Fristen zusammen sind der Grund, warum dieses Thema nicht auf den nächsten Behördengang warten sollte.

Die Umzugsbefreiung und ihre Bedingungen

Ein Fahrzeug, das im Zuge einer Wohnsitzverlegung nach Portugal kommt, kann vollständig von der Zulassungssteuer befreit werden. Artikel 58 des Código do ISV (im Wortlaut) sagt das in einem Satz: „Estão isentos de imposto os veículos da propriedade de pessoas, maiores de 18 anos, que transfiram a sua residência de um Estado-Membro da União Europeia ou de país terceiro para território nacional, desde que estejam reunidas as condições estabelecidas nos artigos 59.º e 60.º“.

Bemerkenswert an diesem Satz ist, was er nicht enthält: keine einzige Zahl. Alle Bedingungen und alle Fristen stecken in den beiden verwiesenen Artikeln. Wer nur Artikel 58 liest, kennt die Befreiung, aber keine ihrer Voraussetzungen.

Was Artikel 59 und 60 verlangen

Artikel 59 betrifft Sie als Person und verlangt den Nachweis eines Wohnsitzes in einem anderen EU-Staat oder einem Drittstaat über sechs Monate. Ausdrücklich nicht als im Ausland wohnhaft gilt, wer dort nur für ein Studium, ein Praktikum oder eine auf höchstens zwei Jahre befristete Funktion war. Die sechs Monate dürfen „seguidos ou interpolados“ sein, also auch aus mehreren Abschnitten bestehen; dann wird die Gesamtdauer über eine konsularische Bescheinigung nachgewiesen und kein Abschnitt darf unter 183 Tagen je Kalenderjahr liegen. Artikel 60 betrifft das Fahrzeug und verlangt kumulativ, dass es anlässlich der Wohnsitzverlegung eingeführt wird, im Herkunftsland regulär besteuert erworben wurde und „propriedade do interessado, no país de proveniência, durante, pelo menos, seis meses antes da transferência da residência“ war. Die sechs Monate zählen dabei ab dem Ausstellungsdatum des Dokuments, das Ihr Eigentum ausweist, nicht ab dem Tag der Übergabe. Wer kurz vor dem Umzug kauft, sollte deshalb auf das Datum im Fahrzeugbrief sehen.

Zwölf Monate oder sechs? Der Unterschied kostet die Befreiung

Zahlreiche deutschsprachige Portale nennen für beide Bedingungen zwölf Monate. Das war bis Ende 2017 richtig; die Lei 114/2017 hat den Zeitraum auf sechs Monate gesenkt, gültig ab dem 1. Januar 2018. Der Normtext und die Behörde selbst sagen übereinstimmend sechs (Bedingungen an der Person, Bedingungen am Fahrzeug). Wer sich an der veralteten Angabe orientiert und den Antrag deshalb aufschiebt, verpasst unter Umständen die Antragsfrist.

Die Frist, die zuletzt läuft

Der Antrag ist „até doze meses a contar da data em que transfere a sua residência para Portugal“ zu stellen, also binnen zwölf Monaten nach dem Wohnsitzwechsel. Das Verfahren läuft ausschließlich online über das Portal das Finanças und ist gebührenfrei; begünstigt ist ein Fahrzeug je Person (Antrag auf ISV-Befreiung, gov.pt).

6Monate Wohnsitz im Ausland vor dem Umzug
6Monate Eigentum am Fahrzeug vor dem Umzug
12Monate Frist für den Antrag nach dem Umzug

Ein Paar, das gemeinsam umzieht, kann also zwei Fahrzeuge begünstigt einführen, sofern jedes Fahrzeug für sich die Bedingungen erfüllt und auf die jeweilige Person zugelassen war. Ein Wohnmobil, das drei Monate vor dem Umzug gekauft wurde, erfüllt Artikel 60 Buchstabe c dagegen nicht, egal wie gut alles andere passt.

Zwölf Monate nicht verkaufen, nicht vermieten, nicht verleihen

Die Befreiung kommt mit einer Bindung. Artikel 47 des Código do ISV bestimmt, dass die Begünstigten das Fahrzeug „não podem alienar, a título oneroso ou gratuito, alugar ou emprestar“, bevor zwölf Monate ab der Zuteilung des portugiesischen Kennzeichens abgelaufen sind. Es geht also nicht nur um den Verkauf: Vermieten und selbst das unentgeltliche Verleihen sind erfasst. Die Rechtsfolge benennt derselbe Artikel, und sie ist unangenehm, nämlich die volle Festsetzung der Steuer („liquidação integral do imposto“) und dazu eine straf- oder ordnungswidrigkeitsrechtliche Verantwortung. Wenn Sie einen Verkauf im ersten Jahr auch nur erwägen, lassen Sie das vorher steuerlich prüfen.

Was fällig wird, wenn die Befreiung nicht greift

Ohne Befreiung fällt die Zulassungssteuer an, und für Wohnmobile ist sie gerade in einer Übergangsphase, die sie Jahr für Jahr teurer macht. Der Imposto sobre Veículos, kurz ISV, ist eine einmalige Steuer auf die Zuteilung des portugiesischen Kennzeichens, berechnet nach Hubraum und Emissionswerten.

Der ermäßigte Wohnmobil-Tarif läuft aus

Wohnmobile hatten lange einen ermäßigten Satz von dreißig Prozent der Tabelle B. Artikel 9 des Código do ISV hat daraus einen Auslaufpfad gemacht: vierzig Prozent im Jahr 2024, sechzig Prozent im Jahr 2025, achtzig Prozent im Jahr 2026 und ab 2027 der volle Satz (Artikel 9 im Wortlaut).

Jahr der EinführungAnteil an der Tabelle BWas das praktisch heißt
202440 ProzentDer alte Vorteil war noch weitgehend intakt
202560 ProzentErste deutliche Verteuerung
202680 ProzentVorletzte Stufe, aktuell geltend
ab 2027100 ProzentWohnmobile werden behandelt wie jeder andere Pkw

Für die Planung heißt das: Der 1. Januar 2027 ist der Stichtag, ab dem der letzte verbliebene Vorteil entfällt. Wer den Umzug ohnehin vorhat und die Bedingungen der Befreiung erfüllt, hat das Thema damit gar nicht. Wer die Bedingungen nicht erfüllt, etwa weil das Fahrzeug erst kürzlich gekauft wurde, sollte den Zeitpunkt der Einfuhr bewusst wählen.

Die laufende Steuer danach

Neben der einmaligen Zulassungssteuer läuft der Imposto Único de Circulação, kurz IUC, jährlich weiter. Er ist im Monat der Erstzulassung fällig und richtet sich bei einem als ligeiro de passageiros geführten Wohnmobil nach Hubraum, Emissionen und Kraftstoffart, mit einem Zuschlag für Diesel. Konkrete Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil die Tabellen jährlich fortgeschrieben werden; der aktuelle Stand steht bei der Verwaltung (IUC bezahlen, gov.pt).

Die Zulassungssteuer fällt einmal an und ist planbar. Die Versicherungslücke zwischen Ankunft und Police fällt niemandem auf, bis etwas passiert.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Die Anmeldung eines eingeführten Wohnmobils besteht aus vier Stationen, die in dieser Reihenfolge zu gehen sind, weil jede die vorherige voraussetzt. Wer versucht, die Versicherung vorzuziehen, kommt in aller Regel nicht weit, weil die portugiesischen Gesellschaften die Police in der Praxis auf die portugiesische matrícula ausstellen.

Schritt 1
bis 20 Arbeitstage nach Ankunft

Zollanmeldung und Steuerantrag

  • DAV über das Portal das Finanças abgeben
  • Falls die Befreiung greift: Antrag nach Artikel 58 im selben Zuge stellen
  • Nachweise bereithalten: Kaufbeleg, Fahrzeugpapiere, Wohnsitznachweis für die sechs Monate
Schritt 2
danach, vor der Zulassung

Technische Prüfung und Papiere

  • Prüfung in einem vom IMT anerkannten CITV
  • Bei Umbauten: Legalisierung vor der Zulassung, siehe Abschnitt 6
  • Ergebnis ist die ficha técnica, und die entscheidet über Ihre Fahrzeugklasse
Schritt 3
bis 60 Tage nach Schritt 1

Zulassung beim IMT

  • Antrag auf matrícula und Eigentumsregistrierung
  • Ergebnis ist das Documento Único Automóvel
  • Erst ab hier lässt sich die Police in aller Regel abschließen
Schritt 4
am selben Tag wie Schritt 3

Portugiesische Police

  • Pflichthaftpflicht abschließen, sonst darf das Fahrzeug nicht fahren
  • Aufbau, Einbauten und Zubehör einzeln in die condições particulares aufnehmen lassen
  • Schadenfreiheitsnachweis aus Deutschland vorlegen, bevor die 180 Tage aus Abschnitt 7 ablaufen

Die Versicherung gehört an das Ende dieser Kette und trotzdem an den Anfang Ihrer Planung. Welche Bausteine für ein Wohnmobil in Frage kommen und wie sich Haftpflicht, Kaskodeckung und Schutzbrief zusammensetzen, steht auf unserer Seite zur Kfz-Versicherung in Portugal. Wie der Fahrzeugbrief umgeschrieben wird, erklärt unser Ratgeber zur Umschreibung des Fahrzeugbriefs.

Wohnmobil oder Kastenwagen: was der Eintrag mit den Prüfterminen macht

Die Zahl Ihrer Pflichtprüfungen hängt an der Fahrzeugklasse in der ficha técnica, nicht an der Bauform und nicht daran, wie das Fahrzeug aussieht. Zwei äußerlich fast gleiche Fahrzeuge können völlig unterschiedliche Prüfintervalle haben, wenn eines als autocaravana und damit als ligeiro de passageiros geführt wird und das andere als ligeiro de mercadorias.

Eintrag in der ficha técnicaErste PrüfungDanach
Ligeiro de passageiros, also die klassische autocaravana4 Jahre nach Erstzulassungalle 2 Jahre bis zum achten Jahr, danach jährlich
Ligeiro de mercadorias, also der Kastenwagen ohne Umschreibung2 Jahre nach Erstzulassungjährlich

Beide Zeilen gelten für leichte Fahrzeuge, also bis 3.500 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht. Darüber ist ein Wohnmobil ein pesado und folgt strengeren Regeln; bei Vollintegrierten und aufgelasteten Kastenwagen lohnt deshalb ein Blick auf das eingetragene Gesamtgewicht, bevor man mit den Terminen rechnet.

Über die ersten zehn Jahre gerechnet sind das fünf Termine gegenüber neun, also fast doppelt so viele. Dazu kommt, dass die Prüfung immer bis zum Tag und Monat der Erstzulassung erfolgt sein muss; vorziehen dürfen Sie sie um bis zu drei Monate (Prüftermine nach Fahrzeugklasse, gov.pt).

Wohnmobile in markierten Stellplatzbuchten an der Algarve, davor ein Paar mit Fahrzeugpapieren
Ob ein Fahrzeug als autocaravana oder als ligeiro de mercadorias in den Papieren steht, sieht man ihm von außen nicht an. Entscheidend ist allein die ficha técnica.

Für die Versicherung ist derselbe Eintrag ebenfalls relevant, weil die Fahrzeugklasse in die Tarifierung eingeht und weil manche Zusatzbausteine an eine bestimmte Fahrzeugklasse gebunden sind. Sehen Sie deshalb vor dem Abschluss nach, was in Ihrem Documento Único Automóvel tatsächlich steht, und lassen Sie sich bestätigen, dass die gewünschten Bausteine für diese Klasse angeboten werden.

Beispielrechnung: was ein nicht benannter Ausbau im Schadenfall bedeutet

Ein Kastenwagen wird für 42.000 Euro gekauft und für 28.000 Euro zum Wohnmobil ausgebaut, Möbelbau, Küche, Aufstelldach, Solaranlage und Markise zusammengerechnet. Im Vertrag steht als Fahrzeugwert der Wert des Basisfahrzeugs. Brennt das Fahrzeug aus, bemisst sich die Entschädigung nach dem, was im Vertrag beziffert ist. Die 28.000 Euro Ausbau sind in beiden gelesenen Bedingungswerken extras und damit nur gedeckt, wenn sie in den condições particulares einzeln aufgeführt und bewertet sind. Die Beträge sind frei gewählt, das Verhältnis ist es nicht: Bei einem ausgebauten Kastenwagen steckt regelmäßig ein Drittel bis die Hälfte des Werts in genau dieser Position.

Selbst ausgebaut? Dann entscheidet die Reihenfolge

Ein Umbau muss legalisiert sein, bevor er versichert werden kann, und nicht umgekehrt. Änderungen an den eingetragenen Merkmalen eines Fahrzeugs sind im certificado de matrícula einzutragen, zuständig ist das IMT (Fahrzeugmerkmale ändern, gov.pt). Solange der Ausbau nicht eingetragen ist, ist er versicherungstechnisch nicht vorhanden, und für die 48-Stunden-Regel aus Abschnitt 10 ist das Fahrzeug kein Wohnmobil.

Was ein nicht eingetragener Ausbau kostet

Drei Folgen treffen zusammen, und alle drei sind vermeidbar. Erstens bleibt das Fahrzeug in der ungünstigeren Prüfklasse aus Abschnitt 5. Zweitens ist der Ausbau in beiden von uns gelesenen Bedingungswerken ein extra und damit nur gedeckt, wenn er in den condições particulares beziffert steht; ohne Eintragung fehlt dafür die Grundlage. Drittens gilt das Übernachtungsrecht nur für vom IMT homologierte Wohnmobile.

Ein neues Regelwerk ist beschlossen, aber noch nicht belastbar zitierbar

Der Ministerrat hat am 22. Januar 2026 ein Regulamento da Transformação de Veículos beschlossen, das die bisher verstreuten Vorgaben zu Fahrzeugumbauten in einem Regelwerk zusammenfasst. Im amtlichen Kommuniqué heißt es, das Regelwerk „elimina incertezas legais e cria um quadro uniforme para proprietários, oficinas e autoridades de fiscalização“ (Kommuniqué des Ministerrats vom 22. Januar 2026). Nummer und Inkrafttreten des zugehörigen Decreto-Lei konnten wir an einer amtlichen Quelle nicht zweifelsfrei feststellen, deshalb nennen wir sie nicht. An der praktischen Reihenfolge ändert das nichts: erst legalisieren, dann versichern. Wenn Sie einen Umbau planen, lassen Sie sich beim IMT oder in einem CITV den zum Zeitpunkt Ihres Antrags geltenden Stand bestätigen.

Der deutsche Schadenfreiheitsrabatt und die 180-Tage-Falle

Ihre Schadenfreiheit ist in Portugal kein Automatismus, sondern eine Angabe, die der Versicherer nach seinen eigenen Regeln bewertet. Portugiesische Gesellschaften erkennen den deutschen Schadenfreiheitsrabatt nicht oder nur eingeschränkt an; das gilt unverändert und steht so auch in unserem Ratgeber zur Kfz-Versicherung für Expats. Neu ist an dieser Stelle nur, wie präzise sich die Bedingungen dazu äußern, wenn man sie liest.

Was im Bedingungswerk tatsächlich steht

Die veröffentlichten Bedingungen eines der größten portugiesischen Versicherer beschreiben die Einstufung bei Vertragsschluss mit zwei Sätzen, die zusammen erklären, warum Umzügler regelmäßig schlechter eingestuft werden als erwartet. Der erste lautet: „Será considerado o histórico do Tomador do Seguro relativo aos veículos de categorias equivalentes à categoria do veículo a contratar.“ Berücksichtigt wird also nur die Vorgeschichte zu Fahrzeugen einer gleichwertigen Kategorie.

Der zweite Satz ist der eigentlich teure: „Caso o Tomador do Seguro tenha uma interrupção de histórico em seu nome superior a 180 dias, os registos anteriores não serão contemplados.“ Bei einer Unterbrechung der eigenen Versicherungshistorie von mehr als 180 Tagen werden die vorherigen Einträge nicht berücksichtigt. Nicht anteilig gekürzt, sondern nicht berücksichtigt.

Genau dieser Ablauf passiert beim Umzug ständig

Das deutsche Fahrzeug wird vor dem Umzug verkauft und abgemeldet, die Police endet. In Portugal wird erst die Wohnung gesucht, dann das Wohnmobil gekauft oder eingeführt, dann die Zulassung erledigt. Zwischen dem Ende der deutschen Police und dem Beginn der portugiesischen liegen schnell sieben oder acht Monate. Nach dem zitierten Bedingungstext ist die Vorgeschichte dann weg, unabhängig davon, ob sie fünf oder fünfundzwanzig schadenfreie Jahre umfasst.

Was hilft: die deutsche Police nicht abrupt beenden, sondern die Lücke bewusst kurz halten, den Schadenfreiheitsnachweis vor der Abmeldung anfordern und ihn beim Erstantrag in Portugal mit einreichen. Wenn eine längere Lücke unvermeidlich ist, gehört sie vor dem Abschluss auf den Tisch, damit man die Angebote danach auswählen kann.

Herangezogen werden nach demselben Anhang die Zahl der Jahre mit Versicherung, die Zahl der Schäden in den letzten fünf Jahren und die Zahl der schadenfreien Jahre (Bedingungen im Volltext, PDF). Wie das portugiesische Bonus-Malus-System im Einzelnen rechnet, steht in unserem Ratgeber zur Kfz-Versicherung für Expats. Für das Wohnmobil zählt vor allem eines: Die Ausgangsstufe wirkt über Jahre nach, und festgelegt wird sie genau einmal, beim ersten Vertrag nach dem Umzug.

Was die Pflichtversicherung leistet

Die portugiesische Pflichtversicherung deckt ausschließlich Schäden, die Sie Dritten zufügen, und zwar mit gesetzlich festgelegten Mindestsummen. Artikel 12 des Decreto-Lei 291/2007 nennt sie: 6.450.000 Euro je Unfall für Personenschäden und 1.300.000 Euro je Unfall für Sachschäden, mit einer Überprüfung alle fünf Jahre (Artikel 12 im Wortlaut). Wie die Deckungsarten darüber hinaus zugeschnitten sind, welche Selbstbeteiligungen üblich sind und wie das Werkstattnetz funktioniert, steht auf unserer Seite zur Kfz-Versicherung in Portugal. Hier geht es nur um die beiden Stellen, an denen ein Wohnmobil vom Pkw abweicht: die Bewertung des Aufbaus und alles, was im Fahrzeug mitfährt.

Responsabilidade civilPflicht

Personen- und Sachschäden Dritter bis zu den gesetzlichen Mindestsummen. Ohne diese Deckung darf das Fahrzeug nicht am Verkehr teilnehmen.

Choque, colisão ou capotamentozubuchbar

Schäden am eigenen Fahrzeug durch Anprall, Zusammenstoß oder Überschlag. Beim Wohnmobil der Baustein, an dem die Bewertung des Aufbaus hängt.

Furto ou roubozubuchbar

Diebstahl des Fahrzeugs sowie seiner Bestandteile, Zubehörteile und Extras. Der Umfang bei den Extras hängt an ihrer Aufführung im Vertrag.

Reisegepäcknicht gedeckt

In beiden gelesenen Bedingungswerken sind im Fahrzeug transportierte Gegenstände aus den Fahrzeugdeckungen ausgeschlossen. Eine eigene Gepäckdeckung ist zubuchbar, aber eng begrenzt.

Für ein Wohnmobil reicht die Pflichtdeckung selten aus, weil der Wert des Fahrzeugs und der Wert seines Inhalts weit über dem eines vergleichbaren Pkw liegen und weil ein Totalschaden nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch die Reise beendet. Welche Bausteine sich lohnen, ist eine Frage des Fahrzeugwerts, der Nutzung und der Standzeiten; unsere Übersicht dazu steht auf der Seite zur Kfz-Versicherung in Portugal.

Was beim Wohnmobil regelmäßig nicht gedeckt ist

Der Wohnaufbau ist bei keinem der beiden von uns gelesenen Versicherer automatisch mitversichert, sondern nur dann, wenn er im Vertrag einzeln aufgeführt und beziffert ist. Diese Aussage ist der Kern des ganzen Abschnitts, und sie ist an beiden Bedingungswerken im Wortlaut belegbar.

Der Aufbau ist ein extra, kein Fahrzeugteil

Der eine Versicherer definiert extras als „componentes ou equipamentos não integrados de série na versão do veículo seguro, que o Segurado comprove documentalmente ter mandado instalar e cujo custo não se encontre incluído no valor seguro do veículo“, also nachträglich eingebaute Ausstattung, deren Kosten nicht im Fahrzeugwert stecken. Und der Fahrzeugwert selbst wird dort ausdrücklich „não considerando o custo de extras“ ermittelt, ohne die Kosten der Extras also. Der zugehörige Ausschluss nennt zwei Anknüpfungen: nicht gedeckt sind „danos em Extras, quando das Condições Particulares não constem expressamente discriminados e com a indicação do respetivo valor, ou o seu valor não esteja incluído no valor seguro do veículo“. Es genügt also entweder die einzelne Aufführung mit Wert in den condições particulares oder der Nachweis, dass der Wert des Ausbaus im Fahrzeugwert steckt. Der zweite Weg ist der unsicherere, weil derselbe Vertrag den Fahrzeugwert ausdrücklich ohne die Extras bildet.

Der zweite Versicherer kommt über eine andere Formulierung zum selben Ergebnis. Dort sind extras alle Komponenten, die nach dem Werksauslauf auf Entscheidung des Käufers eingebaut wurden, ausdrücklich einschließlich Dachträgern und Transportboxen, und der Ausschluss greift, wenn sie „não forem devidamente valorizados e identificados nas Condições Particulares“ sind (Bedingungen im Volltext, PDF).

Beim Pkw sind Extras ein Randthema. Beim Wohnmobil sind sie der halbe Fahrzeugwert.

Was mitfährt, ist aus der Fahrzeugdeckung ausgeschlossen

Beide Bedingungswerke nehmen transportierte Gegenstände aus der Fahrzeugdeckung heraus. Der eine formuliert es als festen Ausschluss: „danos em objetos e mercadorias transportadas no veículo seguro, ainda que sejam propriedade dos respetivos passageiros“, also auch dann, wenn die Sachen den Insassen gehören. Der andere sagt dasselbe, stellt es aber ausdrücklich zur Disposition: „Salvo convenção expressa em contrário, devidamente especificada nas Condições Particulares, não ficam garantidas as indemnizações por: a) Danos causados aos objetos e mercadorias transportados no veículo seguro, ainda que sejam propriedade dos respetivos passageiros“. Der Halbsatz am Anfang ist die gute Nachricht dieses Abschnitts: Eine abweichende Vereinbarung ist möglich, sie muss nur in den condições particulares stehen. Danach zu fragen lohnt sich.

Eine eigene Gepäckdeckung ist bei einem der beiden zubuchbar, aber eng zugeschnitten. Sie ist auf 750 Euro je Schadenfall und 250 Euro je Gepäckstück begrenzt, und bei Diebstahl greift sie nur zusammen mit dem Verschwinden des ganzen Fahrzeugs oder dann, wenn das Gepäck „guardadas e fechadas na mala do veículo e sem visibilidade desde o seu exterior“ war, also im geschlossenen, von außen nicht einsehbaren Kofferraum. Ein Wohnmobil hat einen solchen Kofferraum in aller Regel nicht.

Naheliegend wäre, dafür den Hausrat heranzuziehen. Ob eine portugiesische seguro de habitação Sachen außerhalb der Wohnung und im Fahrzeug mitversichert, ist allerdings ebenfalls eine Frage der eigenen Bedingungen und nicht der Regelfall. Wer regelmäßig mit Laptop, Kamera oder Fahrrädern unterwegs ist, sollte beide Verträge nebeneinanderlegen; welche Bausteine eine Hausversicherung in Portugal dafür kennt, steht auf unserer Seite dazu.

Die Gewichtsgrenze, die niemand liest

Die Assistance-Bedingung desselben Versicherers definiert das versicherte Fahrzeug als leichtes Kraftfahrzeug, das „em conjunto com atrelado e bagagens, não exceda o peso bruto total de 4.250 kg“, also zusammen mit Anhänger und Gepäck 4.250 Kilogramm Gesamtgewicht nicht überschreitet. Viele Vollintegrierte und aufgelastete Kastenwagen liegen darüber. Für Wohnmobile gibt es bei diesem Versicherer eine eigene Assistance-Bedingung; ob sie in Ihrem Vertrag steht, sehen Sie in den condições particulares. Wer das nicht prüft, merkt es am Pannentag.

Die 60-Tage-Grenze, die genau die Langzeitreise trifft

Wer mit dem Wohnmobil monatelang unterwegs ist, verlässt den Geltungsbereich seiner Assistance, ohne etwas falsch gemacht zu haben. In den Bedingungen des einen Versicherers heißt es zur Dauer dieser Deckung: „Em relação a cada Pessoa Segura, as garantias suspender-se-ão também durante a sua permanência no estrangeiro para além de sessenta (60) dias.“ Die Deckung ruht also, solange sich die versicherte Person länger als sechzig Tage im Ausland aufhält. An anderer Stelle desselben Werks steht der passende Ausschluss für das Fahrzeug: nicht gedeckt sind „sinistros ocorridos no decurso de viagem com o veículo seguro fora de Portugal por período igual ou superior a sessenta (60) dias“.

Für eine Überwinterung in Marokko oder eine Skandinavien-Tour über den Sommer ist das die praktisch wichtigste Zahl des ganzen Vertrags. Derselbe Versicherer führt für genau diesen Fall eine eigene Bedingung, eine Assistance für Fahrzeuge, die länger als sechzig Tage im Ausland sind, und daneben eine eigene Assistance-Bedingung für Wohnmobile. Beides gibt es nicht automatisch, sondern nur, wenn es in den condições particulares steht. Fragen Sie danach, bevor Sie losfahren, nicht danach, wenn Sie am 70. Tag in Frankreich stehen.

Unabhängig davon endet dieselbe Bedingung, wenn der Wohnsitz des Versicherungsnehmers ins Ausland verlegt wird oder das Fahrzeug nicht mehr in Portugal zugelassen ist. Für einen späteren Rückumzug heißt das: den Wohnsitzwechsel aktiv melden, statt darauf zu vertrauen, dass ein laufender Vertrag ohne Weiteres weiterläuft.

Abstellen, übernachten, campen

Übernachten im Wohnmobil ist in Portugal außerhalb von Schutzgebieten erlaubt, aber auf 48 Stunden je Landkreis begrenzt. Die Regel steht in Artikel 50-A des Código da Estrada in der Fassung der Lei 66/2021 und ist präziser gefasst, als die meisten Reiseratgeber es wiedergeben (Lei 66/2021 im Diário da República, PDF).

Was genau erlaubt ist

Absatz 2 lautet: „No restante território e na ausência de regulamento municipal para a atividade, é permitida a pernoita de autocaravanas homologadas pelo Instituto da Mobilidade e dos Transportes, I. P., por um período máximo de 48 horas no mesmo município, salvo nos locais expressamente autorizados para o efeito, para os quais não se estabelece qualquer limite de pernoitas.“ Drei Einschränkungen stecken in diesem einen Satz: Er gilt nur außerhalb der Schutzgebiete aus Absatz 1, nur solange keine kommunale Regelung besteht, und nur für Fahrzeuge, die vom IMT als Wohnmobil homologiert sind. Auf ausdrücklich ausgewiesenen Stellplätzen gilt die 48-Stunden-Grenze nicht.

Und noch eine Einschränkung, die leicht überlesen wird: Absatz 1 beginnt mit „Sem prejuízo do disposto nos artigos 49.º e 50.º“. Die allgemeinen Halte- und Parkverbote des Código da Estrada gelten also weiter, auch nachts. Wo tagsüber niemand stehen darf, darf auch niemand übernachten.

Pernoita ist dabei gesetzlich definiert als „a permanência de autocaravana ou similar, com ocupantes, entre as 22:00 horas e as 7:00 horas“, also der Aufenthalt mit Insassen zwischen 22 und 7 Uhr. Tagsüber parken ist etwas anderes und richtet sich nach den allgemeinen Regeln.

Was verboten ist und was es kostet

Verboten sind Übernachten und Aufstellen in Gebieten des Netzes Natura 2000, in Schutzgebieten und in den Zonen der Küstenordnungspläne, außer an ausdrücklich zugelassenen Orten. Für das reine Parken zieht Artikel 48 die Grenze etwas enger, dort heißt es áreas de paisagem protegida, also Landschaftsschutzgebiete. Beim Parken kommen nach Artikel 48 drei kumulative Verbote hinzu: Campen und alle damit verbundenen Tätigkeiten auf öffentlichem Grund, das Entleeren von Abwasser und organischen Rückständen außerhalb der dafür vorgesehenen Anlagen sowie die Inanspruchnahme von mehr Fläche als dem Umriss des Fahrzeugs.

VerstoßRechtsgrundlageBußgeld
Campen, Abwasser ablassen, mehr Fläche als der FahrzeugumrissArtikel 48 Absatz 730 bis 150 Euro
Parken in Natura 2000, Landschaftsschutzgebiet oder KüstenzoneArtikel 48 Absatz 660 bis 300 Euro
Überschreiten der 48 Stunden im selben LandkreisArtikel 50-A Absatz 260 bis 300 Euro
Übernachten in Natura 2000, Schutzgebiet oder KüstenzoneArtikel 50-A Absatz 1120 bis 600 Euro
Die Verbindung zu Abschnitt 6, die selten jemand zieht

Das 48-Stunden-Recht steht ausdrücklich nur Fahrzeugen zu, die vom IMT als Wohnmobil homologiert sind. Ein selbst ausgebauter Kastenwagen, der weiterhin als ligeiro de mercadorias in den Papieren steht, fällt nicht darunter. Er darf parken wie jedes andere Fahrzeug, aber er hat keinen Anspruch auf die Übernachtungsregel. Die Legalisierung des Ausbaus ist damit nicht nur eine Frage der Steuer und der Versicherung, sondern auch die Voraussetzung dafür, das Fahrzeug so zu nutzen, wie es gedacht ist.

Ein Hinweis zur Versicherung an dieser Stelle: Ein Bußgeld ist keine Versicherungsfrage. Wohl aber ist es eine, wenn ein Fahrzeug abseits befestigter Wege beschädigt wird. Eines der beiden gelesenen Bedingungswerke nimmt aus der Deckung für Anprall und Zusammenstoß ausdrücklich „danos resultantes da circulação em locais reconhecidos como não acessíveis ao veículo“ heraus, also Schäden aus dem Befahren von Orten, die für das Fahrzeug erkennbar nicht zugänglich sind. Ob Ihr Vertrag eine vergleichbare Klausel enthält, steht in Ihren condições gerais. Wer über eine gesperrte Düne fährt, riskiert unter einer solchen Klausel mehr als die coima.

Deutschland und Portugal im Vergleich

Zwischen dem deutschen und dem portugiesischen Kfz-Markt liegen die größten Unterschiede nicht bei den Deckungen, sondern bei der Bewertung des Fahrzeugs und beim Umgang mit der Versicherungsvorgeschichte. Wer das deutsche System als Maßstab nimmt, unterschätzt in Portugal regelmäßig die vier Punkte, die hier nebeneinanderstehen.

Deutschland

Was Sie gewohnt sind

  • Der Schadenfreiheitsrabatt ist eine übertragbare Größe mit definierten Klassen und wird zwischen Versicherern anerkannt.
  • Reisemobil-Policen mit Deckung für Aufbau und Inventar sind ein eigener, verbreiteter Produktzweig.
  • Die Hauptuntersuchung folgt einem einheitlichen Rhythmus, unabhängig von der Aufbauart.
  • Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist grundsätzlich zulässig, ohne Stundenlimit je Gemeinde.

Portugal

Was tatsächlich gilt

  • Jeder Versicherer stuft nach eigener Tabelle ein, und eine Historienlücke von mehr als 180 Tagen kann die Vorgeschichte vollständig entwerten.
  • Der Aufbau ist ein extra und nur gedeckt, wenn er in den condições particulares beziffert steht.
  • Die Prüfintervalle hängen an der Klasse in der ficha técnica: fünf Termine in zehn Jahren als autocaravana, neun als ligeiro de mercadorias.
  • Übernachten ist auf 48 Stunden je Landkreis begrenzt und in Schutzgebieten ganz untersagt.

Sechs Fehler aus der Praxis

Sechs Muster tauchen bei deutschsprachigen Wohnmobilbesitzern in Portugal immer wieder auf. Alle sechs sind vermeidbar, und die meisten fallen erst auf, wenn es zu spät ist, sie zu korrigieren.

1

!Das Fahrzeug fährt monatelang mit deutschem Kennzeichen, weil „noch nichts passiert ist“.
Die Zollanmeldung binnen zwanzig Arbeitstagen nach Ankunft abgeben und danach die sechzig Tage für die Zulassung nutzen. Beide Fristen laufen unabhängig davon, ob jemand kontrolliert.

2

!Die Steuerbefreiung wird verschenkt, weil die Zwölf-Monats-Frist unbemerkt abläuft.
Den Antrag im selben Zug mit der Zollanmeldung stellen und die Nachweise für die sechs Monate Wohnsitz und die sechs Monate Eigentum vorher zusammenlegen.

3

!Die deutsche Police wird zum Umzugstermin gekündigt, die portugiesische beginnt erst Monate später.
Die Lücke unter 180 Tagen halten und den Schadenfreiheitsnachweis vor der Abmeldung anfordern. Ist eine längere Lücke unvermeidbar, gehört sie in die Angebotsanfrage.

4

!Der Wohnaufbau samt Küche, Solaranlage und Markise steht nirgends im Vertrag.
Alle nachträglichen Einbauten mit Belegen und Einzelwerten in die condições particulares aufnehmen lassen und die Aufstellung nach jedem Umbau aktualisieren.

5

!Der Selbstausbau wird gefahren, aber nie eingetragen.
Vor der Zulassung legalisieren, mit allen drei Folgen aus Abschnitt 6 im Blick.

6

!Das Gepäck an Bord gilt als mitversichert, weil es ja im Fahrzeug ist.
In beiden gelesenen Bedingungswerken sind transportierte Gegenstände aus den Fahrzeugdeckungen ausgeschlossen. Klären, ob eine Gepäckdeckung zubuchbar ist, und ihre Grenzen kennen, bevor Sie sich darauf verlassen.

PDF

Wohnmobil in Portugal: Ablaufplan von der Einfuhr bis zur Police

Zwei Seiten zum Ausdrucken: die Reihenfolge von Zollanmeldung, Prüfung, Zulassung und Versicherung, die Unterlagen je Station, die Stelle, an der der Versicherungsnachweis fällig wird, und der Umgang mit dem deutschen Schadenfreiheitsrabatt. Ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse.

Ablaufplan herunterladen (PDF)

Häufig gestellte Fragen

Die folgenden acht Fragen kommen in unserer Beratung am häufigsten, und einige davon werden im Netz regelmäßig falsch beantwortet.

Wie lange darf ich mit deutschem Kennzeichen in Portugal fahren?

Sobald das Fahrzeug seinen gewöhnlichen Standort in Portugal hat, greift die portugiesische Versicherungspflicht nach Artikel 4 des Decreto-Lei 291/2007, und die Einfuhr ist zu regularisieren. Die Verwaltung nennt dafür zwanzig Arbeitstage nach Ankunft des Fahrzeugs für die Zollanmeldung und danach sechzig Tage für die Zulassung beim IMT. Ein Urlaubsaufenthalt ist etwas anderes als ein Umzug; entscheidend ist, wo das Fahrzeug dauerhaft steht.

Muss ich die Zulassungssteuer zahlen, wenn ich mein Wohnmobil aus Deutschland mitbringe?

Nicht zwingend. Artikel 58 des Código do ISV befreit Fahrzeuge, die anlässlich einer Wohnsitzverlegung nach Portugal kommen, wenn die Bedingungen der Artikel 59 und 60 erfüllt sind. Dazu gehören ein Auslandswohnsitz von mindestens sechs Monaten, Eigentum am Fahrzeug seit mindestens sechs Monaten vor dem Umzug und ein Antrag binnen zwölf Monaten nach dem Umzug. Begünstigt ist ein Fahrzeug je Person.

Stimmt es, dass ich zwölf Monate im Ausland gewohnt haben muss?

Nein, sechs Monate genügen. Die Zwölf-Monats-Angabe war bis Ende 2017 richtig und steht deshalb noch in vielen älteren Ratgebern. Die Lei 114/2017 hat den Zeitraum zum 1. Januar 2018 auf sechs Monate gesenkt, sowohl für den Auslandswohnsitz als auch für die Eigentumsdauer am Fahrzeug. Die Steuerbehörde bestätigt beide Sechs-Monats-Angaben auf ihren eigenen Informationsseiten.

Wie hoch ist die Zulassungssteuer für ein Wohnmobil?

Sie berechnet sich nach der Tabelle B des Código do ISV, also nach Hubraum und Emissionswerten, und wird für Wohnmobile derzeit anteilig erhoben. Artikel 9 sieht einen Auslaufpfad vor: vierzig Prozent im Jahr 2024, sechzig Prozent 2025, achtzig Prozent 2026 und ab 2027 den vollen Satz. Konkrete Eurobeträge nennen wir hier nicht, weil die Tabellen jährlich fortgeschrieben werden.

Wie oft muss ein Wohnmobil in Portugal zur Inspeção?

Das hängt an der Fahrzeugklasse in der ficha técnica, nicht an der Bauform. Ein als ligeiro de passageiros geführtes Wohnmobil geht erstmals vier Jahre nach der Erstzulassung, danach alle zwei Jahre bis zum achten Jahr und anschließend jährlich. Ein als ligeiro de mercadorias geführter Kastenwagen geht erstmals nach zwei Jahren und danach jedes Jahr. Über zehn Jahre gerechnet sind das fünf gegenüber neun Terminen. Beides gilt für leichte Fahrzeuge bis 3.500 Kilogramm; darüber greifen die strengeren Regeln für pesados.

Wird mein deutscher Schadenfreiheitsrabatt in Portugal anerkannt?

Nicht automatisch und nicht überall gleich. Portugiesische Gesellschaften stufen nach eigenen Tabellen ein und berücksichtigen dabei die Vorgeschichte zu Fahrzeugen gleichwertiger Kategorie. Wichtig ist eine Regel, die im Bedingungswerk eines großen Versicherers wörtlich steht: Bei einer Unterbrechung der eigenen Versicherungshistorie von mehr als 180 Tagen werden frühere Einträge nicht berücksichtigt. Wer sein deutsches Fahrzeug lange vor der portugiesischen Zulassung abmeldet, riskiert deshalb die gesamte Schadenfreiheit.

Ist der Wohnaufbau mitversichert?

Nur, wenn er im Vertrag steht. Beide von uns gelesenen Bedingungswerke behandeln nachträglich eingebaute Ausstattung als extras und decken sie ausdrücklich nur dann, wenn sie in den condições particulares einzeln aufgeführt und mit ihrem Wert beziffert ist. Bei einem der beiden wird der Fahrzeugwert sogar ausdrücklich ohne die Kosten der Extras ermittelt. Für ein Wohnmobil, bei dem der Ausbau einen erheblichen Teil des Werts ausmacht, ist das der wichtigste einzelne Prüfpunkt der Police.

Darf ich mit dem Wohnmobil überall übernachten?

Nein. In Gebieten des Netzes Natura 2000, in Schutzgebieten und in den Zonen der Küstenordnungspläne sind Übernachten und Aufstellen untersagt, außer an ausdrücklich zugelassenen Orten. Im übrigen Gebiet und solange keine kommunale Regelung besteht, sind höchstens 48 Stunden im selben Landkreis erlaubt, und zwar nur für vom IMT homologierte Wohnmobile. Als Übernachtung gilt der Aufenthalt mit Insassen zwischen 22 und 7 Uhr. Für das Übernachten selbst reichen die Bußgelder von 60 bis 600 Euro, für Verstöße beim Parken beginnen sie bei 30 Euro.

Unser Rat als unabhängiger Makler

Der teuerste Fehler bei der Anmeldung eines Wohnmobils ist nicht eine falsche Deckung, sondern eine falsche Reihenfolge. Wer die Zollanmeldung schiebt, verliert die Steuerbefreiung. Wer die deutsche Police zu früh beendet, verliert die Schadenfreiheit. Wer den Ausbau nicht eintragen lässt, kann ihn nicht versichern und darf mit dem Fahrzeug nicht übernachten. Alle drei Fehler passieren in denselben Wochen, in denen ohnehin ein Umzug zu organisieren ist, und alle drei fallen erst Monate später auf.

Als unabhängiger Versicherungsmakler sind wir an keine Gesellschaft gebunden und vergleichen für Sie, wer Ihre Vorgeschichte tatsächlich anerkennt, wer den Wohnaufbau zu vernünftigen Bedingungen in die Police aufnimmt und wo die Assistance-Grenzen zu Ihrem Fahrzeuggewicht passen. Wir beraten auf Deutsch, und im Schadenfall übernehmen wir die Abwicklung gegenüber dem portugiesischen Versicherer und den Sachverständigen ebenfalls auf Deutsch. Welche Bausteine wir für Wohnmobile üblicherweise kombinieren, steht auf unserer Seite zur Kfz-Versicherung in Portugal.

Wir prüfen Ihren Ablaufplan, bevor eine Frist abläuft

Schicken Sie uns die Fahrzeugpapiere, das voraussichtliche Datum Ihres Wohnsitzwechsels und Ihren deutschen Schadenfreiheitsnachweis. Wir sagen Ihnen, ob die Steuerbefreiung für Sie in Frage kommt, in welcher Reihenfolge die Schritte zu gehen sind, wie lang Ihre Versicherungslücke werden darf und welche Angaben zum Ausbau in die Police gehören. Unverbindlich und auf Deutsch.

Telefon: +351 289 392 452
Online: Zum Kontaktformular

Unser Büro in Almancil, Quinta do Lago, ist für die gesamte Algarve zuständig. Beratung auch telefonisch und online.

Jetzt Angebot anfordern

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine rechtliche oder steuerliche Beratung noch die Prüfung Ihres konkreten Versicherungsvertrags. Die Angaben zu Verfahren, Fristen, Steuersätzen und Rechtsfolgen entsprechen dem Stand August 2026 und stützen sich auf die verlinkten portugiesischen Gesetzestexte, auf die Veröffentlichungen der zuständigen Behörden sowie auf die öffentlich publizierten Allgemeinen Bedingungen zweier Versicherer, die als Beispiel für die Marktpraxis dienen und keine Empfehlung darstellen. Ob eine Steuerbefreiung in Ihrem Fall greift, hängt von Ihrem Aufenthaltsstatus und Ihrer persönlichen Situation ab und gehört fachlich geprüft. Definitionen, Ausschlüsse, Selbstbeteiligungen und Einstufungsregeln unterscheiden sich zwischen den Gesellschaften erheblich. Welche Leistungen Ihre Police enthält, ergibt sich ausschließlich aus Ihren condições gerais und condições particulares. Sprechen Sie uns an, wenn wir das für Sie prüfen sollen.

In sozialen Medien teilen:

Ähnliche Beiträge: